Clave

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Der Begriff „Clave“ leitet sich vom spanischen Wort (Noten-) Schlüssel ab. Er bezeichnet

a) ein Instrument: Zwei hölzerne Klangstäbe, die gegeneinander geschlagen werden.
b) ein von den Claves gespieltes ostinates Grundmuster verschiedener lateinamerikanischer Musikgattungen.
c) Gelegentlich auch die Bezeichnung für ein städtisches Genre im 6/8 Takt, das im späten 19. und frühen 20. Jhd von den „coros de clave“ gespielt wurde.[1]

Bedeutung der Clave

Überall, wo lateinamerikanische Musik auf afrikanischer Tradition beruht, wird die Musik durch rhythmische Grundmuster strukturiert. Dadurch erklärt sich auch die Übersetzung der Clave mit dem Wort „Schlüssel“. Die Clave bildet hierbei das basale Pattern, welches erst den Zugang zu lateinamerikanischer Musik ermöglicht.

Merkmale und Verwendung der Clave

Typisch für die Clave ist ein schwerer Takt (Tresillo, die 3-er Seite) sowie ein leichterer (die 2-er Seite). Es existiert sowohl die 2-3 Clave (zwei Schläge im ersten Takt, drei im zweiten Takt) als auch die 3-2 Clave (drei Schläge im ersten Takt, zwei im zweiten Takt). In dem Moment, wenn die Clave beginnt, hört sie nicht mehr auf oder kehrt sich um (es sei denn, es taucht eine ungerade Anzahl von Takten auf). Allerdings ist die Clave auf dem Instrument Clave als solche nicht immer hörbar, sondern leitet sich oft auch aus den Begleitrhythmen der übrigen Instrumente ab. Bei der Entscheidung, welche Clave besser zu einem Stück passt (2-3 oder 3-2) helfen rhythmische Übereinstimmungen in der Melodie.

Methodische Hinweise

Beim Musiklernen bietet es sich an, die Clave mithilfe von Vocussion beizubringen, da diese Methode den Zugang zu den Synkopen sowie den Übertrag auf das Instrument vereinfacht (→ Vocussion). Ein praktikables Vocussion-Pattern benutzt für die 3-2 eine Aussage und für die 2-3-Clave eine Frage (Beispiel für Son-Clave):[2] Clave KM-2.jpeg

Variationen der Clave

Das Prinzip ein schwerer, ein leichter Takt zieht sich durch alle Variationen der Clave. Als ursprüngliche Clave gilt die 6/8 Clave, die von den afrikanischen Sklaven nach Lateinamerika gebracht wurde. Als Beispiele für die verschiedenen Ausprägungen der Clave seien hier außerdem genannt: Son Clave, Rumba Clave, Brasilianische Clave. Ursprünglich wurde die Clave im 2/4 Takt notiert. Heutzutage ist die Schreibweise im 4/4 Takt gebräuchlicher. Ursachen dafür könnten der Einfluss des Jazz und die einfachere Lesbarkeit sein. Am weitesten verbreitet ist inzwischen die Son Clave, sie taucht in vielen populären Tanzstilen auf.[3]

Literatur

  1. Eßer, Torsten/Frölicher, Patrick: „Alles in meinem Dasein ist Musik…“ Kubanische Musik von Rumba bis Techno. Frankfurt/Main 2004: Vervuert Verlag
  2. Terhag, Jürgen/Winter, Jörn-Kalle: Live-Arrangement. Vom Pattern zur Performance. Mainz 2011
  3. Mauleon, Rebeca: Salsa guidebook for Piano &Ensemble, Sher Music Co. Petaluma, Ca, USA 1993