Elektronische Musik

Aus WikiMusikP
Wechseln zu: Navigation, Suche

Elektronische Musik / Elektroakustische Musik

Unter dem Begriff der Elektronischen Musik (seit den 80er Jahren auch Elektroakustischen Musik) fallen musikalischen Werke, die mit elektronischen Klangerzeugern geschaffen werden. Heutzutage hat sich der Terminus als Oberbegriff für eine Vielzahl von Genres und Stilen unterschiedlichster Spielarten etabliert, worin auch Mischformen von elektronisch und akustisch erzeugter Musik inbegriffen sind. In der populären Musik ist allerdings der dem Englischen entlehnte Ausdruck Electro (Kurz für electronic dance music) zur Zeit der am allgemeinsten verwendete Begriff für elektronische (Club-)Musik. Mittlerweile bezeichnet Electro aber auch ein bestimmte Sparte des Techno, wohingegen Electro schon vor dem Aufkommen von Techno als Sammelbegriff für überwiegend elektronische Populäre Musik aus Europa verwendet wurde.[1]


Ursprung der Elektroakustischen Musik und ihrer Konstruktionsidee

Den Ursprung des Begriffs bildet Werner Meyer-Epllers Vorschlag, die neuen Kompositionstechniken unter ausschließlicher Verwendung elektronischer Klangerzeuger durch den Terminus Elektronische Musik von der so genannten elektrischen Musik seiner Zeit (Musique concrète aus Frankreich und Music for Tape, USA) und der mit traditionellen, mechanischen Instrumenten geschaffenen Musik abzugrenzen. 1954 erklärte Herbert Eimert das Ziel, mit Hilfe der elektronischen Klangerzeuger die Kompositionsideen des 20 Jhd., insbesondere des Serialismus, fortzuführen und Musik zu schaffen, deren neue künstlerische Gestaltungsideen aus dem Klang, dem verwendeten Material selbst hervorgehen. Somit ist die Bezeichnung elektronisch auch fest verknüpft mit diesem bestimmten musikalisch-kompositorischen Stil. Fundament für dieses Konzept war die Idee zum Versuch, mit den neuen technischen Möglichkeiten der Rundfunktechnik (Sinuston-, Rauschgeneratoren und Frequenzfiltern) auf Basis des Fourier-Theorem Klänge aller Art zu formen und somit auch in Reihen determinieren zu können. In Köln begannen vor allem Eimert und Karlheinz Stockhausen „unerhörte“ Klänge zu kreieren und in der Musik „die Klangfarbe im wirklichen Sinne zu komponieren". [2][3] Zentrum des Schaffens wurde das 1951 in Köln gegründete Studio für elektronische Musik im damaligen NWDR, später wurden weltweit weitere Studios gegründet. [4][5]


Die technische Entwicklung als Fundament

Wegbereitend für diese musikalische Entwicklung waren Neuerung im Bereich der elektrisch betriebenen Musikinstrumente, allen voran Leo Theremins Theremin (1921, auf Basis stufenlos, manuell regulierbarer Schwingungskreise), Maurice Martenots Ondes Martenot (1928, Klangerzeugung durch einen Schwebungssummer) und Friedrich Trautweins Trautonium (1930, entwickelt aus der aktuellen Rundfunktechnik). Anfänglich war die Produktion elektronischer Musik mit einem enormen technischen und finanziellen Aufwand verbunden. Trotzdem wurden auf der ganzen Welt viele Studios als Arbeitsgrundlage für Komponisten die sich der elektronischen Musik verschrieben hatten eingerichtet. Meist gingen dabei Forschung und künstlerisches Schaffen Hand in Hand was vor allem auch in der notwendigen Arbeitsteilung zwischen Fachleuten der Audiotechnik und den Komponisten sowie den Interessen der Rundfunkanstalten lag. [6][7]


Elektroakustische Musik heute und in der Musikpädagogik

Aktuell verschmelzen die Arbeitswelten der Komponisten, Künstler und Klangregisseure beziehungsweise Studiotechniker zusehends. Vor allem die Entwicklung im Bereich der Musiksoftware ermöglicht unzählige traditionelle und innovative Arbeitsmöglichkeiten an einem Computer. Eben dies ist eine große Chance für die Musikpädagogik, da es dadurch möglich ist sich der elektronischen Musik nicht nur theoretisch und analytisch zu nähern sonder, sich auch in der Praxis zu versuchen. So gibt es zum Beispiel virtuelle (-analoge) Synthesizer und einen programmierten „Nachbau“ des Kölner WDR-Studios (Hantera), mit denen sich die Möglichkeiten der elektronischen Musik nachvollziehen lassen und eine anschauliche Schnittstelle zur aktuellen Klangerzeugungs- und Produktionstechnik bilden. [8]




Literatur:

  1. Ruschkowski, André: Elektronische Klänge und musikalische Entdeckungen. Stuttgart 2010.
  2. aus: Karlheinz Stockhausen: Arbeitsbericht 1953. Die Entstehung der Elektronischen Musik, in: Stockhausen: Texte, Bd.1, S. 42, Köln 1963.
  3. siehe auch: Essl, Karlheinz: Wandlungen der elektroakustischen Musik, in: Zwischen Experiment und Kommerz. Zur Ästhetik elektronischer Musik, Hrsg.: Thomas Dézsy, Stefan Jean und Dieter Torkewitz. Wiener Jahrbuch für Musikwissenschaft, Wien 2007.
  4. Ruschkowski, André: Elektronische Klänge und musikalische Entdeckungen. Stuttgart 2010.
  5. vergl. http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Musik
  6. Ruschkowski, André: Elektronische Klänge und musikalische Entdeckungen. Stuttgart 2010.
  7. vergl. http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Musik
  8. Ungeheuer, Elena (Hrsg.) Elektroakustische Musik. Laaber 2000.