Live-Arrangement

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Das Live-Arrangement orientiert sich an notenfreien Vermittlungsprozessen in oral tradierenden Musikkulturen. Es verbindet Kompositions- und Arrangiertechnik mit den pädagogischen Erfordernissen des Unterrichtsalltags (vgl. Terhag 1994, 2007).

Als eine zu gleichen Teilen künstlerisch und pädagogisch geprägte Unterrichts- und Ensembleleitungs-Methode besteht das Live-Arrangement darin, Musikstücke unterschiedlichster Stilistik für eine ganz bestimmte Zielgruppe während der Einstudierung zu entwickeln und diese permanent zu variieren, um sie immer wieder neu an die unterschiedliche Leistungsfähigkeit aller Beteiligten anzupassen. Das Musizieren im Live-Arrangement ist damit stets am Prozess orientiert: Ein Musikstück wird in der Unterrichts- bzw. Probensituation „live“ geschaffen (komponiert) und dann immer wieder neu an die Fähigkeiten und Bedürfnisse einer bestimmten Lerngruppe angepasst (arrangiert), wobei der Übergang zwischen einem Live-Arrangement und einer angeleiteten Gruppenimprovisation fließend ist.

Warmup oder Live-Arrangement?

Warmup und Live-Arrangement überschneiden sich in Form und Funktion: Einerseits kann ein Warmup mit der Methode des Live-Arrangements gestaltet werden, indem man beispielsweise die musikalischen Bestandteile eines Unterrichtsthemas live arrangiert; andererseits beginnt jedes Live-Arrangement mit einem Warmup. Das Live-Arrangement ist damit ein zum Musikstück erweitertes Warmup.


Literatur

  • Terhag, Jürgen; Jörn-Kalle Winter (2011): Live-Arrangement. Vom Pattern zur Performance, Schott music, Mainz
  • Terhag, Jürgen (1994): „Live-Arrangement und Live-Komposition. Gruppenorientierte Methoden für Hochschule und Fortbildung.“ In: Terhag, J. (Hg.): Populäre Musik und Pädagogik Bd. 1, S. 183ff. Oldershausen.
  • ders. (2007, 2. Aufl.): „Live-Arrangement“ In: Jank, Werner (Hg.): Musikdidaktik. S. 167–176, Berlin 2005
  • ders. (2009): Warmups und Spiele mit Musik. Spielerische Übungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Schott music, Mainz

Weblinks