MIDI in Audio konvertieren

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Für die Konvertierung einer MIDI-Datei in eine Audio-Datei gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten. Die Hörbeispiele dieses Artikels sollen einen Eindruck davon vermitteln, wie unterschiedlich die Klangqualität der einzelnen Konvertierungs-Wege sein kann. Dazu wurde in Band-in-a-box die MIDI-Datei „1625_turnaround.mid“ (4 kb) erstellt, die dann auf unterschiedlichen Wegen in eine MP3-Datei umgewandelt wurde.

MIDI-Datei mittels Software konvertieren

Die einfachste Art der Konvertierung von General MIDI-Dateien (GM-Dateien) ist mit einem Software-Synthesizer für die MIDI-Wiedergabe zu bewerkstelligen.

iTunes: GM-Dateien abspielen, konvertieren und als Audio-CD brennen

Programm-Fenster iTunes
zu 4.: Auswahl konvertieren

General MIDI-Dateien kann man z.B. mit der Software iTunes (Freeware, MacOS/Windows) konvertieren, die es dann auch gleich ermöglicht eine Audio-CD zu brennen. Beim Konvertieren greift iTunes auf den in Quicktime integrierten Software-Synthesizer zurück, die Klangqualität ist also dementsprechend.

  1. Öffnen Sie das Programm iTunes.
  2. Importieren Sie die gewünschte MIDI-Datei, indem Sie im Menü „Ablage“ (MacOS) bzw. „Datei“ (Windows) den Befehl „Importieren“ aufrufen (oder ziehen Sie sie unter MacOS einfach mit Drag&Drop in die iTunes-Mediathek in der linken Spalte des Programmfensters). iTunes verwendet die Quicktime-Technologie, kann also das MIDI-File bereits abspielen.
  3. Stellen Sie das gewünschte Audio-Format für die Konvertierung ein. Für eine Audio-CD (oder für das weitere Arbeiten in Logic) wäre das: Menü „iTunes“ > „Einstellungen“. Dann die Rubrik „Erweitert“ > „Importieren“ auswählen und „Importieren mit AIFF-Codierer“ einstellen. Sie können natürlich auch ein komprimiertes Format wie MP3 auswählen, um Speicherplatz auf der Festplatte zu sparen. Beim Brennen oder Weiterverarbeiten in Logic muss die Software das MP3-File dann aber wieder in ein AIFF- oder WAV-Format umrechnen.
  4. Konvertieren Sie das MIDI-File in ein Audio-File: Wählen Sie in iTunes die eben importierte Datei aus, dann „Erweitert“ > „Auswahl konvertieren in (…)“
  5. Nun können Sie direkt mit iTunes eine Audio-CD brennen (Kurzanleitung: Wiedergabeliste erstellen, die gewünschten Dateien in die Liste ziehen, die Liste auswählen und unten rechts den Button „Brennen“ anklicken).

Weitere Software-Möglichkeiten

Eine bessere Klangqualität erreicht man mit hochwertigeren, spezialisierten GM-Software-Synthesizern:

Roland VSC-MP1

Mit dem Roland VSC-MP1 - Virtual Sound Canvas Software-Synthesizer z.B. ist das Umwandeln ganz einfach mittels Klick auf den Button "audio convert" möglich. Die MIDI-Datei wird geladen und mit einem Klick konvertiert.

Bandstand (Native Instruments)

Genauso einfach funktioniert es mit Bandstand von Native Instruments: Die MIDI-Datei wird geöffnet und kann ohne weitere Bearbeitung mit einem Klick als WAV-Datei exportiert werden.

MIDI-Datei abspielen und gleichzeitig mit einem Audio-Editor aufnehmen

Die MIDI-Datei wird über einen Player (z.B. MediaPlayer, WinAmp) abgespielt. Für diese Art der Wiedergabge werden automatisch die einfachen General MIDI-Sounds verwendet. Gleichzeitig kann das Audiosignal mit einem Audio-Editor (z.B. Audacity, Wavelab) aufgenommen werden.

Wichtig ist lediglich, dass man im Soundkarten-Mixer (Lautsprecher-Symbol in der Taskleiste) bei den Aufnahmeeinstellungen "MIDI" (je nach Soundkarte auch "Synth", "Intern" oder "StereoMix" genannt) als Aufnahmequelle auswählt. Die anderen Quellen wie Line-In, Mic, CD, Aux, etc. können deaktiviert werden um Störgeräusche (z.B. Rauschen) bei der Aufnahme zu vermeiden.

Man öffnet nun im Audio-Editor eine neue Spur und klickt auf Aufnahme. Danach startet man die Wiedergabe durch den Player.

Sobald die Wiedergabe abgeschlossen ist stoppt man auch die Aufnahme im Audio-Editor und speichert die neue Datei in einem beliebigen Audio-Format ab.

Einige Player (z.B. WinAmp oder Quicktime) verfügen sogar, sofern beim Setup der gesamte Umfang installiert wurde, über Plug-ins zum direkten Konvertieren ohne Aufnahme.

MIDI-Datei mittels Sequenzer-Programm und virtuellen Instrumenten bearbeiten und konvertieren

Den besten klanglichen Effekt erreicht man nach eigener Bearbeitung. Hierzu eignen sich Sequenzer-Programme wie Cubase oder Logic hervorragend. Diese Software verfügt über die Möglichkeit MIDI-Dateien zu importieren und in ihre einzelnen Instrumente und Befehle aufzugliedern.

Die General MIDI Befehle können hier mittels virtueller Instrumente bearbeitet werden und dann per Audio-Mixdown als WAV- oder MP3-Datei gespeichert werden. Inzwischen ist diese Konvertierung in vielen Sequenzer-Programmen genauso einfach möglich wie in den oben beschriebenen, spezialisierten GM-Software-Synthesizern. Gleichzeitig sind aber sämtliche Möglichkeiten gegeben, die ein Sequenzer-Programm über diese Konvertierung hinaus bietet.

  • Hörbeispiel: Sequel LE2 Mit dem Sequenzerprogramm Sequel LE2 von Steinberg ist die Konvertierung einfach möglich, indem ein MIDI-File per Drag&Drop in das Programmfenster gezogen wird. Sequel sucht automatisch passende Sounds zu den einzelnen MIDI-Spuren. Bei dem Hörbeispiel musste lediglich die Bassstimme nach oben oktaviert werden.
  • Hörbeispiel: Garageband (MP3, 507 kb). Die MIDI-Datei „1625_turnaround.mid“ wurde in Garageband (nur MacOS) geladen, mit den Software-Instrumenten von Garageband abgespielt und als MP3 exportiert.
  • Hörbeispiel: Logic mit Acoustik Piano, Trilogy, Colossus (MP3, 670 kb). Die MIDI-Datei „1625_turnaround.mid“ wurde in Logic importiert, die einzelnen Spuren werden mit virtuellen Instrumenten (Klavier: Acoustik Piano von Native Instruments, Bass: Trilogy von Spectrasonic, Schlagzeug: Colossus von East West, Gitarre in der Coda: Logics Sampler EXS24) und einem Hall aus Logics SpaceDesigner wiedergegeben und als MP3 exportiert.

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