Mikrofone, Mikrofontypen

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Das erste Glied in der Kette von Aufnahme oder Verstärkung von Stimmen oder Instrumenten ohne Tonabnehmer stellt das Mikrofon dar. Somit entscheidet sich bereits hier die Grundqualität der Audioaufnahme bzw. die Qualität der Verstärkung. Mikrofone werden mit unterschiedlichen Technologien und in den unterschiedlichsten Preisniveaus angeboten. Eine Übersicht über die Einsatzmöglichkeiten unterschiedlicher Mikrofone in der Schule findet sich hier: Mikrofone (Schulgebrauch)

Dynamische Mikrofone

Dynamysches Gesangsmikrofon

Das Dynamische Mikrofon arbeitet nach dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion. Technisch betrachtet führt hierbei die Geschwindigkeit der Membranbewegung zum Signal, nicht die momentane Auslenkung, daher bezeichnet man es auch als Geschwindigkeitsempfänger. Der Haupteinsatzbereich von Dynamischen Mikrofonen ist der Live-Bereich. Das Dynamische Mikrofon wird neben dem Live-Einsatz auch zur Mikrofonierung von Schlagzeugen (Bass Drum, Snare Drum, Toms, usw.) genutzt, vereinzelt auch für Vocal- oder Instrument-Aufnahmen.

Die Vorteile Dynamischer Mikrofone sind:

  • Robustheit gegenüber mechanischen Belastungen
  • hohe Schalldruck-Toleranz (vorteilhaft bei Gesang und lauten Instrumenten)
  • keine Spannungsversorgung (Phantomspeisung) erforderlich
  • relativ preisgünstig

Kondensatormikrofone

Kleinmembran-Kondensatormikrofon

Das Kondensatormikrofonarbeitet nach dem physikalischen Prinzip des Kondensators. Da die Membranauslenkung und nicht die Membrangeschwindigkeit zum Signal führt, ist das Kondensatormikrofon technisch betrachtet ein Elongationsempfänger.

Kondensatormikrofone kommen in den verschiedensten Erscheinungsformen vor, da mit diesem Begriff nur das Wandlerprinzip bezeichnet wird. Der Begriff hat sich aber umgangssprachlich als Mikrofon-Klasse etabliert, da klangliche Eigenschaften mit dem Prinzip der Wandlung eng verknüpft sind. Kondensatormikrofone liefern immer einen höheren Ausgangspegel als Dynamische Mikrofone und geben somit auch feinere Nuancen aus größerer Entfernung bei Verstärkung und Aufnahme detailliert wieder. Man unterscheidet Kleinmembran-Kondensatormikrofone, die z.B. bei der Aufnahme oder Verstärkung von Chören, Orchestern und anderen (leiseren) akustischen Instrumenten zum Einsatz kommen, von Großmembran-Kondensatormikrofonen, die in erster Linie im Studio bei der Aufnahme von Stimmen genutzt werden.

Beim Kondensatormikrofon ist eine wenige tausendstel Millimeter dicke, elektrisch leitfähige Membran dicht vor einer Metallplatte elektrisch isoliert angebracht. Sobald eine elektrische Spannung angelegt wird, entsteht zwischen der Membran und der Platte ein Potenzialgefälle. Eintreffender Schall bringt die Membran zum Schwingen, wodurch sich der Abstand der beiden Kondensatorfolien und damit die Kapazität des Kondensators verändert. Diese Kapazitätsschwankungen führen zu Spannungsschwankungen – einem elektrischen Signal. Um das Potentialgefälle zwischen den Kondensatorplatten zu erreichen sowie zur Versorgung des Mikrofonverstärkers ist eine Spannungsquelle notwendig. Üblicherweise nutzt man die 48-Volt-Phantomspeisung des Mikrofonvorverstärkers oder des Mischpults.