Mischpulte

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Dieser Artikel ist Teil des Beitrags Tontechnik in der Schule.


Analoge Mischpulte

Analoges Mischpult
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Anschlussbuchsen - Rückseite

Das Mischpult ist die Steuerzentrale aller Signale (Mikrofone, Instrumente, CD-Spieler, usw.), die verstärkt werden sollen. Für jedes angeschlossene Signal können hier eine Vielzahl von Parametern beeinflusst und verändert werden (Lautstärke, Klangregelung, usw.). Die Anzahl der Kanäle am Mischpult legt fest, wie viele Mikrofone und Instrumente angeschlossen und verstärkt werden können. Daher sollte vor der Anschaffung eines Mischpultes genau überlegt werden, welche Anzahl von Kanälen bei einer größeren Veranstaltung benötigt werden. Bei einer Veranstaltung mit Chor, Big Band und Solisten werden schnell bis zu 16 Kanäle und mehr benötigt. In der Regel sind Mischpulte mit symmetrischen (XLR) und unsymmetrischen (Klinke) Eingängen ausgestattet. Für größere Veranstaltung ist insbesondere die Anzahl an symmetrischen Eingängen entscheidend.

An einem analogen Mischpult können alle beeinflussbaren Parameter direkt über Knöpfe und Regler eingestellt werden. Sie eignen sich daher eher für den Schulgebrauch als digitale Pulte, die zwar über eine größere Anzahl von Funktionen verfügen, deren Bedienung aber oft eine eigene Wissenschaft für sich darstellt und bei denen der Zugriff auf bestimmte Parameter nicht immer ohne „scrollen“ durch verschiedene Menüs möglich ist. Bei vielen aktuellen analogen Geräten ist im Mischpult bereits ein digitales Effektgerät eingebaut, mit dem jedem Kanal separat die gebräuchlichen Effekte (Hall, Delay, usw.) zugemischt werden können. Solche Geräte eignen sich hervorragend für den Einsatz in der Schule.

Der Kanalzug

Kanalzug (links), Master-Sektion (rechts)

Die grundlegenden Funktionen und die Bedienung eines analogen Mischpults sollen an dieser Stelle kurz erläutert werden.

Zunächst die Funktion und Einstellungsmöglichkeiten eines Kanalzuges: Für jeden Kanal steht ein Kanalzug mit verschiedenen Knöpfen und Reglern zur Beeinflussung unterschiedlicher Parameter zur Verfügung.

Zunächst muss immer für jeden Kanal der korrekte Eingangspegel eingestellt werden. Dies geschieht am GAIN-Regler. Bei zu niedrigem Pegel ist das Signal kaum hörbar, bei zu hohem Pegel kommt es zur Verzerrung oder bei Mikrofonen häufig zu unangenehmen Rückkopplungen. Die korrekte Einstellung des Eingangspegels erfolgt durch drücken des PFL-Knopfes (Pre-Fader-Listening) in der Nähe des Faders. An den LEDs des Levelmeters in der Master- Sektion kann nun der Eingangspegel des selektierten Kanals abgelesen werden. Der Pegel ist so einzustellen, dass ein deutlicher Ausschlag sichtbar ist, der rote Übersteuerungsbereich jedoch nicht erreicht wird. Ist der Grundpegel des Eingangssignals zu hoch, kann bei einigen Modellen durch drücken eines PAD-Schalters (z.B. - 30dB) in der Nähe des GAIN-Reglers der Pegel zusätzlich abgesenkt werden. Einige Mischpulte verfügen auch über eine PEAK-Anzeige, die bei Übersteuerung aufleuchtet.

Unterhalb des GAIN-Reglers befindet sich der Equilizer (EQ). Hier kann der Klang durch Anheben oder Absenken bestimmter Frequenzen (i.d.R. Bass, Mid, High) beeinflusst werden. Bei einigen Modellen lässt sich die Frequenz, die beeinflusst werden soll noch gezielt einstellen (semiparametrischer Equilizer). Auch verfügen einige Mischpulte über einen LowCut-Schalter, der Frequenzen, z.B. unterhalb von 100Hz, abschneidet. So kann z.B. bei Mikrofonen unangenehmer Trittschall (Rumpeln) verhindert werden.

Mit Hilfe der AUX-Regler kann das Signal des Kanals an einen AUX-Weg gesendet werden. An die AUX-Wege werden z.B. Monitore angeschlossen. So kann die Lautstärke jedes Kanals auf einem Monitor-Weg mit den AUX-Reglern beeinflusst werden. Für schulische Zwecke reichen 4 Aux-Wege an einem Mischpult in der Regel vollkommen aus.

Mit dem PAN-Regler kann für jeden Kanal die Balance des Signals zwischen dem linken und rechten Kanal der Master-Sektion (und somit auch linker und rechter Box) eingestellt werden. Viele Mischpulte verfügen über einen ON/MUTE-Schalter, mit dem der jeweilige Kanal an-, bzw. stummgeschaltet werden kann. Der Kanal-FADER schließlich ist für die Lautstärkeregulierung des jeweiligen Kanals verantwortlich. Wenn alle anderen Einstellungen vorgenommen sind, findet hier das eigentliche „Abmischen“ der Signale statt.

Die Master-Sektion

Die Master-Sektion befindet sich auf der rechten Seite des Mischpultes. Die wichtigste Funktion in diesem Bereich ist die Einstellung der Gesamtlautstärke an den MASTER-FADERN. Hier kann die Lautstärke für den linken und rechten Kanal (die linke und rechte Box) separat eingestellt werden. In der Master-Sektion befindet sich auch das Levelmeter. Hier wird wahlweise der Gesamtpegel, oder der Pegel eines mit dem PFL-Knopf selektierten Kanals angezeigt. Das Levelmeter dient also zur Überwachung des Pegels.

Das Summensignal oder die Signale der PFL-selektierten Kanäle kann auch über einen Kopfhörer abgehört werden. Hierzu dienen die Kophörerbuchse und die Einstellungsmöglichkeiten in der PFL-Sektion. Hier können die AUX Kopfhörerlautstärke reguliert und die Quelle, die mit dem Kopfhörer abgehört werden soll, ausgewählt werden.

An der AUX-Sektion kann der Gesamtpegel eines AUX- Weges, z.B. die Gesamtlautstärke eines Monitor-Weges eingestellt werden.

Bei Mischpulten mit eingebautem Effektgerät kann in der Effekt-Sektion der gewünschte Effekt (z.B. Hall, Delay, usw.) ON/ und die gewünschte Effektstärke ausgewählt und eingestellt MUTE werden.

Eine sehr wichtige Funktion des Mischpultes ist die Phantomspeisung. Hierbei handelt es sich um eine Stromversorgung von +48V, die z.B. von Kondensatormikrofonen zur Funktion benötigt wird. Diese Stromversorgung erfolgt dann vom Mischpult über das jeweilige Mikrofonkabel. Die Phantomspeisung beeinträchtigt die Funktion von dynamischen Mikrofonen oder elektronischen Instrumenten nicht. Bei vielen Geräten wird die Phantomspeisung zentral in der Master-Sektion eingeschaltet. In seltenen Fällen wird die Phantomspeisung für jeden Kanal separat am jeweiligen Kanalzug ein- oder ausgeschaltet.


Powermixer

Powermixer

Powermixer sind von der Funktion und Bedienung her genauso zu handhaben wie analoge Mischpulte. Der entscheidende Unterschied beim Powermixer ist die bereits in das Mischpult integrierte Endstufe. Passive Boxen(- systeme) können also ohne zusätzliche Endstufe mit einem Powermixer betrieben werden. Für den gleichzeitigen Betrieb von Monitoren muss jedoch auf aktive Boxen, bzw. passive Boxen mit zusätzlicher Endstufe zurückgegriffen werden, da die AUX-Wege auch bei einem Powermixer unverstärkt sind.


Effekte und Peripherie

Bei professionellen Beschallungsanlagen werden zusätzlich zum Mischpult noch eine Vielzahl von Effekten und Geräten, sogenannter „Peripherie“ verwendet (Kompressoren, Noise Gates, Summen-Equilizer, Multieffekte, usw.). Die Peripherie-Geräte werden je nach Effekt als Insert- oder AUX-Effekte an das Mischpult angeschlossen. Die Einstellung und Handhabung dieser Geräte ist jedoch kompliziert und aufwendig. Für den Schulgebrauch ist die Einbindung solcher Effekte also eher nicht empfehlenswert. Die häufigst verwendeten Effekte (Reverb, Delay, usw.) sind, wie bereits erwähnt, heutzutage in den meisten Fällen bereits in die Mischpulte integriert und reichen für den Gebrauch in der Schule vollkommen aus.