Populäre Musik

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In der Musikpädagogik werden mit der Sammelbezeichnung Populäre Musik alle jugendkulturell geprägten musikalischen Stilbereiche zusammengefasst. Die Zusammenfassung verschiedener Stile und Genres geschieht generationsübergreifend und unabhängig von ihren jeweiligen musikalischen Inhalten. Aus pädagogischer Perspektive bilden jugendsoziologische Funktionen und Bedeutungen Populärer Musik und damit verbundene generationssoziologische Mechanismen primäre Inhaltskriterien der Terminologie. Dies ermöglicht die pädagogische Analyse der zentralen Stilbereiche Jazz, Rock und Pop einschließlich ihrer Übergangsformen und Subgenres, aus welcher sich vergleichbare didaktische Bedingungen und Konsequenzen im Umgang mit jugendkulturell geprägter Musik im Unterricht allgemeinbildender Schule, Musikschule und Jugendarbeit erkennen und ableiten lassen. Darüber hinaus werden die verschiedenen Stile Populärer Musik durch ihre Beziehung zu Medien und aus kulturhistorischer Perspektive durch gemeinsame Wurzeln in afro-amerikanischen Musiktraditionen und der sich daraus erhaltenen oralen Tradierungsform verbunden.

Als in der Musikpädagogik gebräuchlicher Fachbegriff ist „Populäre Musik“ von der Bezeichnung „Popularmusik“ und anderen an das englische „popular music“ angelehnten Begrifflichkeiten zu unterscheiden. Sie werden uneinheitlich gebraucht und die zumeist genrebezogenen und qualitativ-hierarchische Kategorisierungen ihrer Inhalte waren und sind Gegenstand unterschiedlicher Definitionsansätze und terminologischer Debatten.

Populäre Musik und Medien

Allen Genres und Stilrichtungen jugendkulturell geprägter Musik ist die technisch-mediale Produktionsweise und ihre massenmediale Verbreitung gemein. Medien stehen mit dem kommerziellen wie rezeptiven Erfolg Populärer Musik in direkter Wechselwirkung. Sie bilden mit der Musik, bspw. im Videoclip, ein homogenes Gesamtwerk und sind für die Bildung musikalisch-medialer Lebenswelten Jugendlicher prägend und konstitutiv. Weder die musikalische noch die pädagogische Analyse ist ohne Berücksichtigung dieser Verbindung möglich, da die künstlerische Konzeption Populärer Musik mit Lebenswelten Jugendlicher verbunden und auf diese bezogen ist. Mediale und musikalische Lebenswelten Jugendlicher können somit als nahezu analog gesehen werden.

Jugendkulturelle Bedeutung

Populäre Musik ist wesentlicher Bestandteil des Alltags und der Freizeit Jugendlicher, ihr Konsum genussmotiviert. Sie ist maßgeblich an der Herausbildung von Jugendkulturen bzw. Szenen und ihren spezifischen gesellschaftlichen und ästhetischen Normen beteiligt. Die mit Populärer Musik verbundenen sozialen Codes, wie Mode, Jugendsprache, Verhaltensweisen, sind zeit- und stilbezogen variabel, erfüllen jedoch vergleichbare Funktionen. Populäre Musik ist an Prozessen von Selbstdefinition und -identifikation von Jugendgenerationen und Jugendlichen selbst beteiligt und ist Gegenstand jugendlicher Abgrenzung gegenüber Normen und ästhetischen Werten von Erwachsenenwelten. Vergleichbare Mechanismen lassen sich auch für die Bedeutung Populärer Musik bei Bildung kultureller Identität beschreiben.

Generationssoziologische Besonderheiten

Die mit Populärer Musik verbundene generationssoziologische Dimension konstituiert sich aus dem Verhältnis aktueller Jugendkulturen zu mehreren Generationen von Erwachsenen, die eigene Erfahrungen mit jugendkulturell geprägter Musik in ihrer Jugend hatten und/oder sich auf praktischer und theoretischer Ebene mit Ihrer Vermittlung beschäftigt haben.

In dem aus diesen Verhältnissen entstehenden Spannungsfeld lassen sich generationssoziologische Mechanismen erkennen. Im Laufe der Geschichte der musikpädagogischen und alltagskulturellen Auseinandersetzung mit Populärer Musik sind immer wiederkehrend Reaktionen Erwachsener auf jugendkulturelle musikalische Themen zu erkennen. Diese Reaktionen können mit Ablehnung und späterer Vereinnahmung jugendkulturell geprägter Musik überschrieben werden. Ablehnende, distanzierte Haltungen Erwachsener entstehen durch anbringen normativ-enger musikalischer Wertmaßstäbe auf Populäre Musik, was durch Festhalten an etablierten Werten traditioneller Kunstmusik genauso wie durch ein Festhalten an eigene jugendkulturell geprägte musikalische Vorlieben geschehen kann. Mangelnde Distanz und pädagogische Vereinnahmung wird gekennzeichnet durch unzureichende Information Erwachsener über aktuelle szene- und kulturspezifische Ausprägungen Populärer Musik und der Übertragung eigener jugendkultureller musikalischer Erfahrungswerte auf sie.

Diese generationssoziologischen Besonderheiten müssen bei der didaktischen Analyse beachtet werden. Um diese zu ermöglichen, unterscheidet Jürgen Terhag zwischen „Jugendkulturen“, „Erwachsenenkulturen“ und „erwachsenen Jugendkulturen“. Erst die Betrachtung und das Verständnis von Unterschieden zwischen verschiedenen Jugend- und Erwachsenenkulturen und daraus resultierenden, immer wiederkehrenden, generationsübergreifenden jugendkulturellen Mechanismen macht eine sinnvolle Integration Populärer Musik in schulischen Unterricht möglich. (Vgl. Terhag 1998, S. 451)

Schulmusik und Schülermusik

Unter Berücksichtigung jugend- und generationssoziologischer Aspekte verschiedener Stile differenziert Terhag, in Hinblick auf die damit einhergehenden didaktischen Möglichkeiten und Besonderheiten Populärer Musik im Unterricht, in „Schulmusik“ und „Schülermusik“. Unter Schulmusik werden Musikstile verstanden, welche von SchülerInnen- als auch LehrInnenseite gleichermaßen präferiert werden und deren Integration in den Unterricht bezüglich Reproduzierbarkeit der Musik und Motivierbarkeit der Schulklasse unproblematisch ist. Die Einbindung von Schülermusik in den Musikunterricht gestaltet sich hingegen problematischer, da sie stärker mit jugenkultureller Identität verbunden ist. Populäre Musik umfasst Schul- als auch Schülermusik gleichermaßen, auch wenn jeweils andere Anforderungen an ihre Analyse gestellt werden. (Vgl. Terhag 1998, S. 451)

Verhältnis zur institutionalisierten Musikpädagogik aus historischer Perspektive

Heute ist Populäre Musik als Gegenstand des Schulunterrichtes und Bestandteil der Hochschulausbildung von Lehrenden etabliert und anerkannt. Der aktuellen Situation geht ein wechselhaftes Verhältnis von institutionalisierter Musikpädagogik und Populärer Musik voraus. Eine explizite Darstellung verschiedener pädagogischer Modelle wird im Folgenden nicht gegeben, sondern der Fokus kritisch auf Zielsetzungen und Motive gerichtet, welche in der Musikpädagogik mit jeweils aktueller jugendkulturell geprägter Musik verbunden worden sind. Einen umfassenden Überblick über die mit verschiedenen Positionen verknüpften Ansätze und Konzepte gibt Terhag (Terhag 1998).

Distanzierte Haltungen

Die gemessen an ihrer tatsächlichen Aktualität zeitverzögerte Aufnahme Populärer Musik in den Schulunterricht ist nicht lediglich auf die Anfangszeit ihrer schulischen Berücksichtigung beschränkt. Als bspw. Jazz erstmals Anfang der 1950er Jahre in der Schule behandelt wurde, war er längst von der Jugendkultur Rock'n'Roll abgelöst worden. Die damalige Musikpädagogik zielte auf Offenlegung vermeintlicher musikalischer Qualitätsunterschiede gegenüber traditioneller Kunstmusik und der Etablierung der mit ihr verbundenen Werte, was bereits eine der ersten Berührungen von Populärer Musik und Schule als schwierig gestaltete.

Der anfänglichen Ignoranz gegenüber jugendlichen Musikinteressen folgend, setzte sich in den 1960er Jahren die Meinung durch, dass Jugendliche durch musikalische Analysen und Entwicklung reflexiver Hörfähigkeit selbst angeleitet werden sollten, qualitative Maßstäbe „musikalischer Kunstwerke“ auf die von ihnen präferierten Musikrichtungen anzuwenden. Diese offensiven Versuche der Musikpädagogik, zur Bildung jugendlichen Musikgeschmacks beizutragen, gingen einher mit Warnungen über die manipulativen Intentionen der durch die aufkommenden Massenmedien erstarkten Musikindustrie. Der Widerspruch zwischen den mit Populärer Musik verbundenen musikpädagogischen Motivationen und jugendlichen Ansprüchen wurde wie die Unmöglichkeit, Wertmaßstäbe des musikalischen Kunstwerkes für sich schnell wandelnde Stilbereiche jugendkulturell geprägter Musik geltend zu machen, bis in die 1970er Jahre nur selten erkannt. Darüber hinaus verhinderte mangelnde genre- und szenespezifische Sachkenntnis vieler Lehrenden einen Diskurs zwischen musikalischer Szene, Jugendlichen und der Musikpädagogik, der zur Entwicklung tragfähiger Konzepte hätte beitragen können. Rückblickend sind die bis in die 1970er Jahre mit Jazz, Rock'n'Roll und Pop verbundenen Ziele der Musikpädagogik, die mit aktiver Konsumerziehung, kritischem Hören und Errichtung von qualitativen Wertmaßstäben zusammengefasst werden können, nie erreicht worden. Sie trugen im Gegenteil dazu bei, die Distanz zwischen Schule und Populärer Musik zu erhalten und zu vergrößern.

Annäherungen Populärer Musik und Pädagogik

Mit der sich durchsetzenden Erkenntnis, dass Populäre Musik besondere soziale und soziologische Funktionen erfüllt, aus denen sich ihre pädagogische Bedeutung erschließt, rückten in den 1970er Jahren die Jugendlichen in den Mittelpunkt musikpädagogischen Interesses. Die Bedeutung Populärer Musik als Element jugendlicher Freizeitgestaltung und ihre soziale Funktion wurde untersucht und die bisher distanzierte Haltung der institutionalisierten Musikpädagogik beschrieben. Eine erste Annäherung und die Zusammenarbeit von musikalischer Szene und Pädagogik ermöglichten die Entwicklung ausgewogenerer, gleichsam an der Musik und den Rezipienten orientierter Modelle. Unterrichtsmaterial wurde systematisch aus schulpraktischer Perspektive für den Unterricht verfügbar gemacht. Insbesondere sei diesbezüglich die Zeitschrift „Populäre Musik im Unterricht“ erwähnt. Indem die Bedeutung der schulischen Berücksichtigung jugendkultureller Musik immer mehr ins Bewusstsein der Unterrichtenden rückte, wurde der Mangel an Veröffentlichungen durch die etablierte Musikpädagogik umso deutlicher. „Schulpop“, als Reaktion individueller Unterrichtskonzepte auf diesen Mangel, wurde weder der Musik noch jugendlichen Interessen gerecht.

Mangelnde Distanz und pädagogische Vereinnahmung

Anfang der 1980er unterrichteten inzwischen mehrere mit Populärer Musik sozialisierte LehrerInnengenerationen in deutschen Schulen. Zahlreiche musikpädagogische Veröffentlichungen dieser Zeit dokumentieren die Anerkennung Populärer Musik als vermittlungsrelevanten Unterichtsgegenstand; die Ablösung von den dem musikalischen Kunstwerk anhaftenden Wertungskriterien kann weitestgehend als vollzogen gelten. In der „neuen“ Generation Lehrender wurde von der problemlosen schulischen Integrierbarkeit Populärer Musik, vor dem Hintergrund eigener musikalischer Erfahrungswerte, ausgegangen, was oftmals eine vorschnelle pädagogische Vereinnahmung aktueller Musikstile zur Folge hatte. Es sollte sich zeigen, dass auch mit Begeisterung und vermeintlich jugendnahem Verhalten die mit Populärer Musik beschriebenen Grenzen zu Erwachsenenwelten überschritten werden. Angesichts einer inzwischen unüberschaubaren Anzahl jugendlicher Subkulturen, der Diskrepanz zwischen der schulischen Funktion Populärer und ihrer Bedeutung für Jugendliche sowie den aus generationssoziologischen Aspekten resultierenden didaktischen Schwierigkeiten mussten die Grenzen und Möglichkeiten Populärer Musik in der Schule diskutiert werden.

Balance zwischen Distanz und Nähe

In musikpädagogischen Reaktionen der 1990er Jahre auf Populäre Musik wird zunehmend berücksichtigt, dass die Wirkung Populärer Musik nicht auf Jugendkulturen beschränkt ist und generationssoziologische Mechanismen bei ihrer Aufnahme in den Unterricht aus didaktischer Perspektive eine wesentliche Rolle spielen. Das ehemalige Negativkriterium, dass Populäre Musik aufgrund der Schnelllebigkeit ihrer stilistischen Ausformungen minderwertig sei, wird dadurch ersetzt, dass genau diese Wandlungsfähigkeit Ausdruck lebendiger Jugendkultur sei. Nur die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Jugendlichen, musikalischer Szenen und Pädagogik ermöglicht die sinnvolle Annäherung von Populärer Musik und Pädagogik, indem die jeweiligen Kompetenzen und Abgrenzungsbereiche unter gegenseitiger Fähigkeit eines Diskurses erhalten bleiben. Aus dem geschichtlichen Überblick über die Positionierung der institutionalisierten Musikpädagogik gegenüber jeweils aktueller jugendkulturell geprägter Musik wird ableitbar, dass ein angemessener, dem Bildungsauftrag der Schule, jugendlichen Bedürfnissen und musikalischen Inhalten gleichsam gerecht werdender Umgang mit Populärer Musik als Gegenstand des schulischen Unterrichts die Balance zwischen Distanz und Nähe voraussetzt.

Pädagogische Bedeutung und aktuelle musikpädagogische Ziele

Heute stehen die Adressaten und Konsumenten Populärer Musik und nicht vermeintlich qualitative Bewertung wechselnder musikalischer Inhalte im Mittelpunkt musikpädagogischen Interesses. Zur Überwindung der Diskrepanz verschiedener Bereiche Populärer Musik und Schule ist die Zusammenarbeit von Szene, Pädagogik und Musikwissenschaft gefordert und wird in verschiedenen Projekten und Modellen umgesetzt. Die Themenbereiche pädagogischer Arbeit mit Populärer Musik umfassen neben den zentralen Aspekten des Musikmachens, Musikhörens und dem körperlichen Erfahren auch das Verdeutlichen geschichtlicher Zusammenhänge, ihrer soziologischen Bedeutung und Funktionsmechanismen des Musikmarktes. Durch wertfreie Betrachtung und Vermittlung dieser Aspekte und Berücksichtigung der mit ihnen verbundenen Grenzen kann Jugendlichen ermöglicht werden, eigene musikalische Erfahrungen mit Populärer Musik als Bestandteil von Kultur, als Element aktiver Teilnahme an Kultur und als einen eigenen Beitrag zu ihr zu erleben. Wesentliche pädagogische Bedeutung hat die damit verbundene Möglichkeit einer Stärkung persönlicher Identität. Besondere Aufmerksamkeit erhält in den letzten Jahren die Bedeutung Populärer Musik als Bestandteil ästhetischer Bildung. Ästhetisch meint in diesem Zusammenhang sinnliche Erfahrungen, die sich von Erfahrungen der Alltagswelt abheben. In diesem Sinne ist Populäre Musik als ästhetische Praxis zu verstehen. Christian Rolle definiert den Bildungswert Populärer Musik für Unterricht darüber, ob und wie mit ihr ästhetische Erfahrungsräume inszeniert werden können. Erfahrungsmöglichkeiten eröffnen sich bspw. in der gleichberechtigten Diskussion um musikalische Geschmacksfragen und dem Musikhören ebenso wie durch gemeinsames Musikmachen und verschiedene Möglichkeiten der Initiierung von Gestaltungsprozessen. Diese können bspw. durch Tanz, Bewegung und Gestaltung durch Medien, wie bei der Erstellung von Videoclips, ermöglicht werden. Diese Interaktion der Lernenden soll Fähigkeiten fördern, eigene ästhetische Werte zu definieren und formulieren und diskutieren zu können (Vgl. Rolle 2009).

Populäre Musik in der Hochschulausbildung

Populäre Musik umfasst die Ausbildung von MusikerInnen in verschiedenen Stilen und Genres Populärer Musik als grundständige Studienfächer und/oder als Bestandteil der Ausbildung Lehrender hinsichtlich Fragen ihrer Praxis und Vermittlung im Unterricht. Aus historischer Perspektive beinhaltete die hochschulische Ausbildung lange Zeit vor allem Jazz und - mit der Bezeichnung „Popularmusik“ von diesem abgekoppelt - elitäre Bereiche des Rock. Aktuelle und massenkulturell bedeutsame Stilbereiche Populärer Musik blieben ausgeklammert. Die bewusste Falschübersetzung des englischen „popular music“ Ende der 1970er Jahre durch Herrmann Rauhe machte es einerseits möglich, dass Rock und Popmusik hochschulische Berücksichtigung fanden, indem das in der damaligen Musikpädagogik negativ behaftete Attribut „populär“, vermieden wurde. Andererseits blieben tatsächlich populäre und massenwirksame Stilbereiche weitestgehendst ausgegrenzt und der musikalischen Laienszene überlassen. Die Abkopplung des Jazz ist aus kulturhistorischer, musikwissenschaftlicher und pädagogischer Perspektive mehr als fragwürdig und spricht für die Sammelbezeichnung „Populäre Musik“, welche den Jazz als zentralen Stilbereich zur Grundlage hat. Der 2009 gegründete „Arbeitskreis Populäre Musik in der Musiklehrerbildung“ hat mit Verabschiedung der „Hallischen Erklärung“ den Grundstein gelegt, das Studium der Musikpädagogik StudienbewerberInnen, die mit Populärer Musik sozialisiert sind, zu ermöglichen. Dies setzt voraus, dass entsprechende Eignungsprüfungen die mit Populärer Musik verbundenen spezifischen Fähigkeiten angemessen berücksichtigen.

Kompetenzanforderungen an Lehrende

Obige Ausführungen legen nahe, dass der Umgang mit Populärer Musik in der Schule den Erwerb spezifischer pädagogischer und musizierpraktischer Kompetenzen voraussetzt, um die musikalisch und pädagogisch angemessene Integration in den Unterricht zu ermöglichen. Diese umfassen Wissen um soziologische Besonderheiten, Geschichte und Musiktheorie verschiedener Stile Populärer Musik und den Erwerb von Fähigkeiten im praktischen Bereich. Neben dem Wissen um musikgeschichtliche Hintergründe fordert der Umgang mit Populärer Musik in der Schule die ständige Information über aktuelle Ausprägungen musikalischer Stilbereiche und ihren spezifischen jugendkulturellen Ausformungen und Besonderheiten. Im Zusammenhang mit der Musizierpraxis und Vermittlung verlangt die zumeist notenfreie Überlieferung Wissen um stilgebundene Unterschiede und Besonderheiten verschiedener Musiziertraditionen sowie musiktheoretisches Wissen um Akkorde und Skalen für Improvisation. Das Live-Arrangement, welches zum methodischen Repertoire des Klassenmusizierens gehört, vereinigt zahlreiche dieser Aspekte für den Schulunterricht.

Verbände und Organisationen

Aus musikwissenschaftlicher und musikpädagogischer Perspektive befassen sich unterschiedliche Initiativen mit verschiedenen Aspekten der Erforschung Populärer Musik. Folgende Liste stellt eine Auswahl dar:

Literatur

  • Terhag, Jürgen (1998): Die Vernunftehe - 40 Jahre Populäre Musik und Pädagogik. In: Dieter Baacke (Hrsg.): Handbuch Jugend und Musik. Opladen: Leske und Budrich. S. 448-456.
  • Terhag, Jürgen (2004): Populäre Musik und „Popularmusik“. Ein Zwillingspaar aus unterschiedlichen Elternhäusern. In: Üben & Musizieren H.5 , 2004. Mainz: Schott. S. 6-9.
  • Rolle, Christian (2009): Jazz, Rock, Hip-Hop, Techno usw. - Populäre Musik im Unterricht. In: Werner Jank (Hrsg.): Musik-Didaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I – II. Berlin: Cornelsen. S. 209-214.

Internetquellen: