Vocussion

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Die Vocussion (kurz für engl.: vocal percussion) bezeichnet eine Übertragung von Trommel- und Rhythmussprachen in rhythmisch gesprochene und nach stilistischen Kriterien akzentuierte vokale Phrasen.

Notenbeispiel

Ein Wesensmerkmal aller Rhythmussprachen – und zugleich ihr entscheidender pädagogischer Vorteil – ist ihre Darstellung der rhythmischen Akzente und der Pausen: So versprachlicht die Achtelkette „Pa-na-ma-Pa-na-ma-Kuba“ exakt die Akzente des ersten Takts einer afro-kubanischen Clave auf den Zählzeiten 1, 2+ und 4 eines 4/4-Takts, da die jeweils ersten Silben der Wörter „Panama“ und „Kuba“ automatisch zur Betonung dieser Zählzeiten führen. Durch diese Silbensprache lassen sich rhythmische Figuren für Laien wesentlich leichter gestalten als mittels Notenschrift oder eines Vocussion-Patterns ohne Silben für die Pausen.

Entscheidend ist zudem die sinnvolle Silbenauswahl: Die Clave wird rhythmisch besser und inhaltlich sinnvoller durch „Pa-na-ma--Pa-na-ma--Kuba“ versprachlicht als durch das rhythmisch grauenvolle und inhaltlich alberne „O-ma-ma-O-ma-ma-O-pa“; wer die Silbe „O“ für die Clave nutzt, kennt vermutlich weder den Klang des Instruments noch den gleichnamigen Rhythmus.

Siehe auch: Bodypercussion, Live-Arrangement

Literatur

  • Klingmann, Heinrich (2001): „Lateinamerikanische Perkussionsinstrumente im Unterricht“ In: Kraemer, Rudolf-Dieter / Rüdiger, Wolfgang (Hg.) Ensemblespiel und Klassenmusizieren in Schule und Musikschule. Ein Handbuch für die Praxis, S. 413 - 450. Augsburg.
  • Schomerus, Hilko (1994): „Polyrhythmik, Improvisation und Sprache“ In: Terhag, Jürgen (Hg.) Populäre Musik und Pädagogik Bd.1, S. 133ff. Oldershausen: Lugert-Verlag.
  • Terhag, Jürgen: Warmups und Spiele mit Musik. Spielerische Übungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Schott music. Mainz 2009 (i.V.)
  • ders.: Live-Arrangement. Schott music. Mainz 2011 (i.V.)