Audio Editoren, Audio Software

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Geeignete Audiosoftware / Audoeditoren für den schulischen Musikunterricht

Im Folgenden soll verbreitete Software auf ihre Eignung bezüglich des Schuleinsatzes untersucht und in ihren Grundfunktionen beschrieben werden. Dabei können diese Ausführungen die Lektüre des jeweiligen Handbuchs nicht ersetzen, da eine detaillierte Einführung in das jeweilige Programm den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Audacity

a) Bezug: Audacity ist ein kostenloses Programm zur Audiobearbeitung, das als „GNU General Public License“ (also für jedermann zugänglich und veränderbar) im Internet1 vertrieben wird. Dabei läuft diese Software auf allen gängigen Betriebssystemen. Wegen der einfachen und kostenlosen Bezugsmöglichkeit war dieses Programm gerade im Home-Recording-Bereich und an Bildungseinrichtungen sehr beliebt. Allerdings ist die Handhabung in einigen Punkten gerade für Schüler zu kompliziert und bietet nicht die Bandbreite an Funktionen (Effekte, Blenden, Kombinationsmöglichkeiten), wie andere Programme.

b) Nutzung: Wie alle anderen Programme stellt auch Audacity das Audiomaterial in verschiedenen Spuren dar (vgl. Screenshot2), die untereinander angeordnet sind und sich auf eine gemeinsame Zeitleiste beziehen. Das Einfügen von neuem Material ist sehr einfach, allerdings gibt es keine drag & drop Funktion. Das Bewegen des eingefügten Materials innerhalb der Spur ist etwas komplizierter, da es keinen Anfasser gibt, sondern das Objekt erst selektiert werden muss, bevor es bewegt werden kann. Umständlich ist auch das Löschen von Teilbereichen aus einem Objekt, das erst über mehrere Bearbeitungsbefehle erfolgen kann. Die angebotene Effektpalette ist reichhaltig und von guter Qualität, allerdings nicht in Echtzeit verfügbar, so dass jeder Effekt (auch jeder Testlauf) erst aufwendig in das jeweilige Audioobjekt hineingerechnet werden muss.

c) Beurteilung: Audacity ist wegen der angesprochenen Schwierigkeiten bei der Bedienung nicht unbedingt für den Schulgebrauch zu empfehlen. Es besteht die Gefahr, das bei unerfahrenen Anwendern Audiomaterial plötzlich vollständig gelöscht, oder durch falsche Anwendung von Effekten zerstört wird. Diese Fehler sind dann kaum mehr rückgängig zu machen. Die Bedienung kann im Gegensatz zu anderen Programmen auch nicht nur in Ansätzen rein intuitiv erfolgen.

Garage Band

a) Bezug: Garage Band läuft nur auf APPLE Systemen und ist auf diesen Rechnern mit dem Betriebssystem Mac-OS bereits bei Neukauf installiert. Insofern müsste sich der Musiklehrer bei entsprechender Ausstattung des schulischen Computerraums (oder Musiksaals) keine Gedanken über die Neuanschaffung von Audiosoftware machen. Da Garage Band ein äußerst vielseitig einsetzbares Audio-Bearbeitungsprogramm ist, bietet es detaillierte Flipmenüs und wesentlich umfangreichere Funktionen als sie für die schulische Medienarbeit nötig wären. Besonders praktisch ist dagegen die Verwendung der mitgelieferten Vorlagen. So gibt es bspw. eine Podcast-Vorlage, die bereits wesentliche Voreinstellungen (passende Equalizer für weibliche oder männliche Stimmen, Audioeffekte usw.) enthält und den Nutzer entlastet, der das entsprechende Audiomaterial nur noch in den dafür vorgesehenen Spuren ablegen muss.

b) Nutzung: Garage band ermöglicht in vielen Bereichen eine intuitive Bedienung, da z.B. Audiomaterial einfach per drag & drop in die jeweilige Spur gezogen werden kann und dort per Tastaturkommando beliebig verschoben, kopiert, gelöscht und geschnitten werden kann. Praktisch ist auch das Vergrößerungs-fenster am unteren Bildschirmrand, das die aktuell zu bearbeitende Stelle in Lupenansicht zeigt. Bei den bereits erwähnten Vorlagen sind viele Effekte bereits mit sehr guten Parametern voreingestellt, lassen sich aber manuell beliebig erweitern. Ein Manko stellt der MP3-Export des Audiomaterials dar, der nur über die Software I-Tunes erfolgen kann. Dagegen sind die in großem Umfang mitgelieferten sog. „Apple-Loops“ (Samples von verschiedensten Instrumenten, Drumgrooves, Basslinien, usw.) von hervorragender Qualität und gerade für den Schulgebrauch sehr gut einzusetzen.

c) Beurteilung: Garage Band ist eine semiprofessionelle Audiosoftware, die weit über die Erfordernisse des schulischen Gebrauchs hinausgeht. Die mitgelieferten Vorlagen ermöglichen jedoch eine unkomplizierte Anpassung an die konkrete Unterrichtssituation. Größtes Manko ist die Bindung an ein einziges Betriebssystem, bzw. an die Apple-Hardware.

Magix Media World 2006/2007

a) Bezug: Die Firma Magix hat seit einigen Jahren neben den High-End-Produkten (die Programme Samplitude und Sequoia werden z.B. in Rundfunkanstalten eingesetzt) auch viele hochwertige Programme für den Home-Recording-Bereich im Angebot und hat sich hier die Vorherrschaft am Markt erkämpfen können. Für Schulen, und Ausbildungseinrichtungen bietet Magix alle diese Programme stark vergünstigt an3. Als besonderen Service für Schulen gibt es jährlich das Softwarepaket „Magix Media World“ mit den vier beliebtesten Programmen, die sämtliche Funktionen der Ton-Bild- und Videobearbeitung abdecken. Dieses Software Paket ist für Schulen kostenlos und beliebig oft installierbar. Im Vergleich zum gekauften Produkt bieten diese Schullizenzen grundsätzlich identische Qualität und Komfort, es sind nur einige Funktionen eingeschränkt nutzbar (ist aber für schulische Medienarbeit unwesentlich). Bestellbar ist dieses Paket mittels einer Schulbestätigung und eines Formulars, das auf der Webseite von Magix unter folgender Adresse heruntergeladen werden kann: http://content.magix.net/cms/d/pdf/edu/mediaworld_erstbestellung.pdf [eingesehen am 23.10.2007]; Außerdem ist es auf beiliegender Material-DVD-ROM zu finden.

b) Allgemeines zur Magix Software: ein großer Vorteil der Verwendung dieser Software liegt darin, dass jedes dieser Programme grundsätzlich identische Arbeitsschritte, Bearbeitungsbefehle und Werkzeuge verwendet. Es fällt den Schülern leicht, diese von einem Programm ins andere zu übertragen. Gerade die Verwendung eines für den jeweiligen Zweck spezialisierten Programmes vermeidet Bedienungsfehler durch überflüssige Programmfunktionen. Alle Programmfenster sind nach identischem Prinzip aufgebaut: das Audiomaterial wird untereinander in mehreren Spuren dargestellt und ist direkt mit dem Anfasser markier- und verschiebbar. In der rechten Ecke des Fensters finden sich immer die Zoom-Schiebregler, welche die optische Anpassung des zu bearbeitenden Ausschnitts ermöglichen. Auf der linken Fensterseite können Einstellungen für die jeweilige Spur (wie Stummschalten, Lautstärke verändern, usw.) vorgenommen werden. Die Vielzahl der eingeblendeten Funktionen ist individuell einstellbar, da verschiedene Profile anwählbar sind (in der Abbildung ist der „Power User“ mit den maximal verfügbaren Funktionen gewählt.)

Sehr praktisch ist bei Magix auch die Arbeit mit den „VIPs“, den virtuellen Projekten. Dies bedeutet, dass man niemals an der Quellaudiodatei arbeitet, sondern lediglich an einem grafischen Abbild dieser, wobei alle Bearbeitungsschritte und Effekte in Echtzeit ausgeführt und gerechnet werden. So ist es möglich, unzählige Varianten von ein und derselben Quelldatei herzustellen, ohne diese anzutasten. Dies bietet gerade für Schüler den Vorteil, dass Audiomaterial nicht einfach so „verschwindet“, sondern jederzeit wiederherstellbar ist. Außerdem entfällt das mühsame Einrechnen von Effekten, wie es bspw. bei Audacity der Fall ist.

Magix bietet auf der Firmenhomepage4 die Möglichkeit, ein umfangreiches Soundpaket („Magix Sound Library“) herunterzuladen, das in allen Produkten verwendet werden kann. Dieses Paket enthält hochwertige Loops und Samples unterschiedlicher Stilistik, die in Tempo und Tonart anpassbar sind und sich somit für den schulischen Musikunterricht besonders eignen. (Eine DVD mit über 2000 hochwertigen Samples gibt es ebenfalls zu Schulkonditionen).

Allen Programmen gemeinsam ist auch die Verwendung der Audioeffekte. Diese sind durch ihr Erscheinungsbild (das analoge 19“-Geräte nachbildet) mit Drehreglern und deutlich beschrifteten Schaltern intuitiv zu bedienen. Die Schulversion enthält neben den wichtigsten Effekten, wie Kompressor, Equalizer und Hall auch die detailgetreue Nachbildung eines Gitarrenverstärkers, der verschiedene Verstärkertypen („Amps“) nachbilden kann.

Praktisch zu verwenden sind auch die sog. „Cleaning Tools“, die analoge Tonquellen aufbereiten können. Mittels des „Denoisers“ ist es hier z.B möglich, Störgeräusche zu analysieren und diese aus der Aufnahme herauszufiltern.

Will man einer fertigen Aufnahme noch etwas mehr Atmosphäre und Druck verleihen, können alle gängigen Mastering-Effekte, wie Loudness, Limiter, Stereo-Enhancer, usw. mittels voreingestellter Presets einfach zugeschaltet werden. Dieser Effekt eignet sich besonders für Hörvergleiche und zu Demonstrationszwecken beim Unterrichtsvorschlag 4.3.6 „Digitale Musikformate“.

c) Die einzelnen Programmbestandteile der Magix Media World 2006/2007:

Magix Music Maker ist ein vielseitiges Audio- und Video- Bearbeitungsprogramm. Sämtliche gängigen Ton-, Bild- und Videoformate (auch MIDI) können direkt per drag & drop in das Arrangierfenster gezogen und dort bearbeitet werden. Eine Vielzahl an Exportmöglichkeiten in verschiedenen Auflösungen ermöglichen die Weiterverwendung als Podcast, Klingelton, Filmsequenz usw. Daneben bietet die Software unzählige voreingestellte Effekten, wie Kamerablenden, bewegte Schriften, Geräusche usw., die einfach auf das jeweilige Objekt gezogen werden können. Neben fertigen Audiomaterial kann hier mittels der Soundkarte auch eine MIDI- oder Audioaufnahme erfolgen.

Darüberhinaus bietet der Music Maker zwei Software-Synthesizer und einen Drum Editor, die Beat Box, mit der hochwertige Drumsetrhythmen programmiert werden können. Hauptbestandteil ist hier ein Sechzehntel-Raster, in dass per Mausklick die einzelnen Beats eingetragen werden. Der fertige Rhythmus erklingt dann gleich im zum Song passenden Tempo als Endlosschleife.

Eindruckvoll ist auch der Remix Agent, der die Analyse und Tempoanpassung z.B. von CD-eingelesenen Audiotracks ermöglicht. So lassen sich Titel von CD mit den im Musikmaker aus Drumloops, Samples und weiteren Dateien erstellten Klängen kombinieren. Die globale Tempoeinstellung ändert das grundgelegte Tempo zugleich für alle Elemente in Echtzeit. So ist die Kombination mit den mitgelieferten samples der “Magix Sound Library” problemlos möglich. Der enthaltene Karaoke Filter ermöglicht das Entfernen von Gesangsparts aus Audioaufnahmen, was zusätzlich für den Musikunterricht interessant sein dürfte.

Nicht im Umfang der Schulversion enthalten ist die Möglichkeit, Songs direkt als MP3 zu exportieren. Hier muss auf andere Software zurückgegiffen werden (bspw. CD-Ex s.u.).

Magix Audio Studio ist ein hochwertiges Studioprogramm für reine Tonaufnahmen und Bearbeitungen. Neben den acht Spuren in der Schulversion gibt es eine Vielzahl an Effekten und Schnittmöglichkeiten. Die Audioaufnahme erfolgt über die installierte Soundkarte (intern oder besser extern) und den Magix Aufnahmedialog. Hier kann der Eingang optimal ausgesteuert, Speicherplatz festgelegt und die jeweilige Spur ausgewählt werden. Die Abmischung des fertig aufgenommenen Projekts erfolgt mittels des umfangreichen virtuellen Mischpultes, an dem sich für die Schüler auch die Vorteile und Möglichkeiten digitaler Musikproduktion eindrucksvoll darstellen lassen. Nebenbei eignet sich das Programm durch die vorhandene Oszilloskop-Funktion auch für die Darstellung akustischer Sachverhalte im Musikunterricht.

Magix Midi Studio ist ein vollwertiges 256-Spur MIDI-Sequenzing-Programm, das alle Funktionen eines professionellen Sequenzers, wie Steuerung externer MIDI-Geräte, Notendruck, virtuelle Instrumente, Filmsynchronisation usw. beinhaltet. Die Bedienung dieses Programmes ist im Kontext von Klassenunterricht weniger intuitiv, als die anderen dargestellten Programme und erfordert längere Einarbeitungszeiten, sowie ein MIDI-Keyboard (Grundfertig-keiten im Spiel eines Tasten-instrumentes) pro Arbeitsplatz.

Magix Video Studio stellt einen professionellen Videoschnitt-Arbeitsplatz dar. Neben der Nachbearbeitung importierter Filmdateien enthält die Software auch die Möglichkeit, ein analoges Video zu digitalisieren und weiterzuverarbeiten. Eine Vielzahl an Voreinstellungen erlauben professionelle Kamera-Blenden, Schnitte, Untertitel usw.

Magix Ringtone Maker

a) Bezug: Der Magix Ringtone Maker ist nicht im Schulpaket enthalten, kann aber zu Sonderkonditionen bezogen werden (s.o.). Das Bestellformular ist auf beiliegender Material-DVD- ROM zu finden.

b)Nutzung: Die Programmfunktion entspricht im Groben dem Magix Music Maker, der für den Zweck der Klingeltonerstellung etwas abgespeckt wurde. Dabei ist das Programmfenster analog zum Vorgehen bei der Erstellung eines Klingeltons aufgebaut. (1. Medienimport, 2. Bearbeitung, 3. Ringtone Export). Ein großer Vorteil des Programms sind die vielen gespeicherten Handytypen, so dass es sehr einfach ist, für das jeweilige Handy die richtigen Formateinstellungen auszuwählen. Auch die Übertragung mittels angeschlossener Bluetooth Schnittstelle (o.ä.) wird unterstützt.

c) Beurteilung: Für das vorgestellte Klingelton-Projekt bietet es sich an, am Lehrer-PC eine Lizenz des Ringtone Makers zu installieren, um von dort die Übertragung der fertigen Klingeltöne durchzuführen. Für die Arbeit am Schüler-PC ist dagegen das Programm Magix Music Maker ebenfalls bestens geeignet.

Magix Podcast Maker

a) Bezug: Der Magix Podcast Maker ist nicht im Schulpaket enthalten. Magix bietet aber auf Anfrage fünf kostenlose Schullizenzen an.

b) Nutzung: Die Programmfunktion entspricht wiederum ungefähr dem Magix Music Maker, der für den Zweck der Podcast- Erstellung etwas umgebaut wurde. Dabei ist das Programmfenster analog zum Vorgehen bei der Erstellung eines Podcasts aufgebaut. (1. Sprachaufnahme, 2. Audiobearbeitung, 3. Export des fertigen Podcasts). Die Programmfunktionen entsprechen denen der übrigen Magix- Produkte, so dass man hier eher von einer Formatvorlage passend zum Thema Podcast sprechen könnte (vergl. Die Vorlagen bei Garage Band). c) Beurteilung: Da sich die Bedienung der Software unwesentlich vom Music Maker unterscheidet, sehe ich beide Programme für das vorgestellte Projekt als geeignet an.

Music Match Jukebox

a) Bezug: das Programm ist ein Music- Player für den Computer mit ähnlichen Funktionen wie Windows Media Player, WinAmp oder I-Tunes. Der größte Vorteil liegt hier aber in der variablen Samplerate für die Umwandlung ins MP3-Format, die manuell einstellbar und damit für verschiedene Versuche verwendbar ist. Die Software ist als Shareware kostenlos im Internet erhältlich. Unter http://www.musicmatch.com [zuletzt eingesehen am 13.10.07] ist aber nur die Standard-Version kostenlos. Das Programm findet sich zusätzlich auf beiliegender Material-DVD-ROM.

b) Nutzung: Das MP3- Konvertierungsfenster ist zweigeteilt aufgebaut. Die linke Seite zeigt die Originaldateien, während die rechte Seite das Zielverzeichnis anzeigt. Mittels des Schiebereglers lässt sich die Konvertierungsrate manuell einstellen.

c) Beurteilung: Als Shareware für Versuche mit dem MP3-Format und der Erläuterung von dessen Funktionsweise geeignet.

CD-Ex

CD-Ex ist mit das beliebteste Shareware-Programm zum Grabben von Audiodateien und Umwandeln ins MP3-Format mittels des zuverlässigen, integrierten Lame-Encoders. Zusätzlich bietet es noch die Möglichkeit, Titelverzeichnisse jeder registrierten CD aus dem Internet mittels „freedb“ abzurufen und die einzulesenden Titel automatisch zu beschriften. Das Programm ist als Shareware kostenlos im Internet erhältlich und findet sich auch auf beiliegender Material-DVD-ROM: www.mpex.net/software/download/cdex.html [zuletzt eingesehen am 13.10.07].