Warmup

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Der Begriff „Warmup“ ist von „warming up“ abgeleitet und stammt aus der Sportdidaktik. In der Musikpädagogik beschreibt er eine zielgerichtete Methodik, die durch Anwendung von Singen, Sprechen, Bodypercussion, Vocussion und dem Einsatz von Instrumenten auf das (Klassen-)Musizieren hinführt. Das Warmup kann vor dem Behandeln einer Unterrichtseinheit oder dem Musizieren eines Musikstücks durchgeführt werden, um durch Aufwärmen, Vorbereiten, Einstimmen oder Vorentlasten in einer heterogenen Gruppe jeglichen Alters eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Es ist auch als Abschluss einer Unterrichtsstunde anwendbar, sollte jedoch stets zielführend sein und ein musikalisch befriedigendes Endergebnis aufweisen.

Ein Warmup hat das Erscheinungsbild eines Spiels oder einer musikalischen Miniatur. Es leitet auf spielerische Weise eine Unterrichtseinheit ein, reduziert ein Musikstück auf die inhaltliche Basis oder behandelt isoliert spezielle Probleme, die in einem zu probenden Instrumental-, Chor- oder anderen Musikstück auftreten. Durch entsprechende Modifikation eines Warmups kann man gleichzeitig auf eine ganze Gruppe oder einzelne Schüler/innen eingehen und somit Desinteresse und Demotivation durch Vermeidung von Unter- und Überforderung möglichst ausschließen.

Ein Warmup bedarf keiner Notation, sondern sorgt durch das Verinnerlichen des rhythmischen, harmonischen oder melodischen Materials für eine sichere spätere Umsetzung und ein tiefgreifendes Verständnis des stets mit dem Warmup verknüpften Sachverhalts oder Musikstücks. Ein Warmup kann mit anderen Warmups zu längeren Einheiten kombiniert werden, um so auch zur Förderung der Gruppendynamik, Stärkung des Selbstvertrauens und Sensibilisierung für musikalische Strukturen angewandt zu werden.

Bei gezielter Abwandlung von Warmup-Methoden lassen sich diese auch auf andere Unterrichtsfächer übertragen.

Siehe auch: Live-Arrangement, Raumgehen, Freeze, Arrangieren für Schulklassen (Wettbewerb)

Literatur

  • Terhag, Jürgen (2009): Warmups und Spiele mit Musik. Spielerische Übungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Schott music, Mainz
  • ders. (2011): Live-Arrangement. Schott music. Mainz
  • ders. (2009): Warmups im Musikunterricht. AfS-Magazin 27, S. 4–6. PDF-Download, zuletzt aufgerufen am 15. Mai 2009
  • Hafen, Roland (1997): "Kartoffeln und Kaviar. Warmups im Musikunterricht" in: Musik und Unterricht, Heft 46/1997, S . 25-34; Seelze, Friedrich- Verlag
  • Hafen, Roland (1996): „Eins(w)ingen im Chor“, in: Terhag (Hrsg.), Populäre Musik und Pädagogik Bd. 2, S. 22ff; Oldershausen
  • Terhag, Jürgen (1996): „Vor den Groove haben die Götter den Schweiß gesetzt. Die pädagogische Funktion von Warmups“ in: Terhag (Hrsg.), Populäre Musik und Pädagogik Bd. 2, S. 20-22.; Oldershausen 1996